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Allumfassendes Schulungskonzept für Klinikpersonal

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Schutztechniken


Warum Schutztechniktrainings?

Aggressives und übergriffiges Verhalten in Form von Schlagen, Treten, Packen, Haare ziehen,... wird in Gesundheitseinrichtungen vermehrt als Problem wahrgenommen

Gewalttätige und aggressive Eskalationen verschärfen sich besonders, wenn psychisch erkrankte Menschen ungern und gegen ihren Willen stationär eingewiesen werden.

Ist eine Situation eskaliert, bleibt keine Zeit mehr zum Überlegen.
Das Klinikpersonal muss wissen, wie es sich in diesen Situationen zu verhalten hat!

Während dieser Ausnahmesituation muss die körperliche Unversehrtheit beim Klinikpersonal sowie des Patienten gewährleistet sein.

Aggressionen und Gewalt gegenüber Mitarbeitern darf nicht als berufsbedingtes Risiko hingenommen werden, dies sind belastende Faktoren des Berufes und können nachweislich zu schweren psychischen wie physischen Erkrankungen führen.
 

 

Übergriffe:

Zu den häufigsten Angriffen zählen:

Tätigkeiten:
- Schläge
- Tritte
- Beißen
- Kratzen
- Festkrallen
- Würgen
- Haare ziehen
- An der Kleidung zerren
- Mit Gegenständen werfen
- Messerangriffe

Verbal:
- Drohungen
- Beschimpfungen
- Belästigungen
 

 

Statistik:

40 % aller Arbeitsunfälle in Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken machen Patientenübergriffe aus, so eine Unfall-Auswertung durch den Gemeindeunfallversicherungsverband Westfalen Lippe.

150 Übergriffe wurden im Zeitraum von 6 Monate in 6 psychiatrischen Kliniken Westfalens durch eine detaillierte Studie des GUW Westfalen Lippe verzeichnet

 

Wer wird angegriffen?

Statistisch gesehen sind Männer in Pflegeberufen häufiger betroffen, wobei jüngere Mitarbeiter und Auszubildende zwischen 25 und 34 Jahren mit geringer Berufserfahrung ein erhöhtes Risiko tragen.

 

Folgen eines Übergriffs:
Körperliche Schäden:
- Prellungen
- Schwellungen
- Hämatome
- Kratz und Bisswunden
- Knochenbrüche
- Infektionsgefahr (HIV; Hep.)

Psychische Schäden:
- Schlaf- & Konzentrationsstörungen
- Posttraumatische Belastungsstörungen
- Ständiges Wiedererleben der Gewaltsituation


 

Was sind Schutztechniken?

Das Schutztechniken “Gesamtpaket” umfasst 4 Schwerpunkte.

1.
Sicherheitstechniken: sind Techniken, die dazu dienen, sich aus grenzüberschreitenden Übergriffen von Patienten zu befreien und anschließend Hilfe zu holen. Diese Lösetechniken beginnen beim Festhalten von Händen und Armen bis hin zu Würgegriffen. Es wird zusätzlich eine Schutzstellung vermittelt, die vor Schlägen und Tritten schützt. Rechtliche Grundlagen werden vermittelt.

2. Teamtechniken: diese vermitteln in Gewaltsituationen einen Patienten sicher und mit geringen Verletzungsrisiko auf den Boden zu bringen und nötigenfalls zu fixieren. Ähnlich wie bei den Sicherheitstechniken folgen die Griffe der physiologischen Beweglichkeit der Gelenke und vermindern so das Verletzungsrisiko beim Patienten sowie beim Klinikpersonal. Die Kontrolle erfolgt durch Bewegungseinschränkungen.

3. Umgang mit Fixierungen: Dazu gehören neben der Vorbereitung eines Fixierbetts, das Erlernen körperlicher Techniken zur schonenden Durchführung und ein koordiniertes Vorgehen. Transporttechniken, Kommunikation, rechtliche Grundlagen und Dokumentationen werden vermittelt. Möglichkeiten der i.v. Applikation.

4. Rollenspiele: in Rollenspiel werden verschiedene stationäre Situationen simuliert und anschließend reflektiert. Es wird sich verstärkt mit den Lerninhalte der Punkte 1-3 beschäftigt.

 

 

Zielgruppe:
- Klinisches Personal
- Therapeutische Mitarbeiter
- Auszubildende in der Pflege
 

 

Arbeitgeberpflicht:

Der Arbeitgeber und seine Führungskräfte sind verantwortlich für.
- die Durchführung der Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen
- arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren
Grundsätzlich sind alle notwendigen Maßnahmen sicherzustellen, um die Gesundheit der Angestellten zu schützen.
Dieses gilt ebenso für die Prävention von Patientenübergriffe. 

 

 

 

 


 Oliver Krumme, Fachtrainer für Schutztechniken, epost@oliver-krumme.com
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